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Hallo, ich bin der Zoran – Milanovic gratuliert doch noch neuer Präsidentin

Es ist passiert, wahrhaftig passiert: Premierminister Zoran Milanovic hat seiner neuen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic zum Wahlsieg gratuliert. Aber er hat lange dafür gebraucht – bereits am Sonntag waren die Kroaten zur Urne gegangen. Gratuliert hat Milanovic seiner dann erst am gestrigen Donnerstag – nachdem bereits die Staatsoberhäupter der Slovakei, Sloveniens. Mazedoniens und viele europäischer Länder gratuliert hatten.

Er sei sich sicher, dass er auch mit der neuen Präsidentin gut zusammenarbeiten werde, so Milanovic nach den vier Tagen des Schweigens. Gleichzeitig lud er sie ein, während der Parlamentssitzungen jeden Donnerstag mit ihm das Gespräch zu suchen.

Herzlich klingt das Verhältnis zwischen den beiden nicht, denn die neue Präsidentin hatte schon öffentlich bedauert, dass der Premierminister überhaupt nicht auf sie zukommt. Auch wenn Milanovic versichert, dass sie an einem Strang ziehen werden – ein zumindest kompliziertes Verhältnis dürften die beiden haben. Und das liegt nicht nur an den unterschiedlichen Parteibüchern, die beide besitzen: Während Josipovic das gleiche Parteibuch der sozialdemokratische Socijaldemokratska Partija Hrvatske hat wie Milanovíc, so ist Grabar-Kitarovic Mitglied der konservativen christdemokratische Hrvatska demokratska zajednica (HDZ).

Eine Rolle dürfte auch spielen, dass das von Machos geprägte Kroatien mit Grabar-Kitarovic eine Frau als Präsidentin hat. Das dürfte manchem männlichen Politiker nicht behagen.

Die Kroaten hatten am vergangenen Sonntag in der Stichwahl Kolinda Grabar-Kitarovic den Vorzug vor ihrem Amtsvorgänger Josipovic gegeben.

Schwerer Start ins neue Jahr

Gleich zu Beginn des neuen Jahres – am 11. Januar – steht Kroatien vor seiner ersten Entscheidungsprobe: der Wahl des neuen Staatspräsidenten. Beim ersten Wahlgang um Weihnachten hatte der amtierende Präsident Josipovic nicht die erforderliche Mehrheit erhalten, so dass er nun gegen die ehemalige Außenministerin Kolinda Grabar-Kitarovic in die Stichwahl muss.

Vor sechs Jahren war Josipovic sein Amt vor allem mit dem Versprechen angetreten, die Korruption zu bekämpfen. In den vergangenen Jahren wurden tatsächlich ein Ministerpräsident und mehrere Minister wegen Korruption verurteilt, gegen den Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, wird derzeit auf Grund des Vorwurfes der Korruption ermittelt. Ein weiterer Erfolg für Josipovic war der Beitrit Kroatiens zur EU im Sommer 2013.

Doch das Land steckt in einer großen Krise – die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 20 Prozent und der Staatshaushalt hat große Probleme. Hier setzt seine Gegenspielerin Grabar-Kitarovic an. Denn der Vorwurf von Josipovics Gegner lautet vor allem, dass er die regierenden Sozialdemokraten nicht von seiner Meinung nach nötigen Reformen überzeugen konnte. Der 11. Januar wird zeigen, wer die Mehrheit bekommt.