Ärger über Schilder in Kyrillisch

Der Krieg ist zwar glücklicherweise beendet, doch seit vergangener Woche ist die Stimmung zwischen Kroatien und Serbien wieder etwas mehr abgekühlt. Grund dafür ist eine Entscheidung des Vukovarer Stadtrates, Hinweisschilder auf Serbisch und Kroatisch nur noch auf Antrag und auch nur noch gegen Gebühr aufzustellen.

Das serbische Außenministerium hat gegen diese Entscheidung eine scharfe Protestnote bei der kroatischen Botschaft in Belgrad eingereicht und fordert die kroatische Regierung auf, diese Entscheidung des Vukovarer Stadtparlaments auszusetzen.

Der Streit um die zweisprachigen Schilder ist dabei nicht neu. Die Regierung ins Zagreb hatte vor zwei Jahren, kurz nach dem EU-Eintritt, alle Hinweise auf öffentliche Einrichtungen in beiden Schreibweisen aufhängen lassen. Teilweise unter großen Protesten. So waren im vergangenen Herbst teilweise bis zu 20.000 Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Schilder in der Schriftsprache des ehemaligen Kriegsgegners zu protestieren. Dabei wurden Schilder abgenommen oder zerstört.

Das die Schilder in beiden Schriftsprachen aufgehängt werden, ist dabei eine Konsequenz aus dem Minderheitenschutz, den Kroatien im Rahmen des EU-Beitritts einführte. Danach genießen alle Minderheiten – die serbische wie auch die deutsche oder ungarische Minderheit – eine größtmögliche Freiheit und Anerkennung.

Dies wird gerade in der Gegend um Vukovar nur schwer akzeptiert. Denn hier hatte zu Beginn des Kroatienkrieges eines der schwersten Kriegsverbrechen in Kroatien stattgefunden.: Mehrere hundert Männer wurden nach der Eroberung Vukovars durch die Jugoslawische Volksarmee aus dem Krankenhaus geholt und ermordet.