Der „Sturm“ beendete den Krieg in Kroatien

Wer sich in den vergangenen Tagen über die Flaggen und vielen Paraden gewundert hat – vor 20 Jahren hat die kroatische Armee die Gebiete in der Krajina rund um Knin von der Besetzung durch serbische Freischärler befreit.
Es waren die letzten Kriegshandlungen in Kroatien, besser begannt unter dem Namen Operation Oluja – zu deutsch Operation Sturm. Die Kampfhandlungen erstreckten sich entlang einer Frontlänge von 630 km und auf einer Gesamtfläche von 10.500 Quadratkilometern, die 18,4 Prozent der Gesamtfläche Kroatiens betraf. Gleichzeitig konnte damit jedoch die Belagerung der bosnischen Stadt Bihac beendet werden.

Was nicht verschwiegen werden darf: Bei der Operation Sturm in der Krajina und im Anschluss daran kam es zu Kriegsverbrechen an Serben und Flucht mehrerer hunderttausend serbischer Zivilisten.
Im Anschluss kam es deshalb auch zu mehreren Verhandlungen vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal. Letztendlich wurden jedoch die beiden verantwortlichen Offiziere Ante Gotovina und Mladen Markač in der Revision freigesprochen.

Das Gebiet rund um Vukovar blieb als letztes vorerst weiter unter serbischer Besetzung. Im November 1995 kam es unter provisorische UN-Verwaltung, um die friedliche Wiedereingliederung nach Kroatien vorzubereiten. Erst 1998 wurde das Gebiet in Kroatien reintegriert.

Der 5. August wird heute noch in Kroatien als „Tag des Sieges und der heimatlichen Dankbarkeit“ als Nationalfeiertag gefeiert.