Schwerer Start ins neue Jahr

Gleich zu Beginn des neuen Jahres – am 11. Januar – steht Kroatien vor seiner ersten Entscheidungsprobe: der Wahl des neuen Staatspräsidenten. Beim ersten Wahlgang um Weihnachten hatte der amtierende Präsident Josipovic nicht die erforderliche Mehrheit erhalten, so dass er nun gegen die ehemalige Außenministerin Kolinda Grabar-Kitarovic in die Stichwahl muss.

Vor sechs Jahren war Josipovic sein Amt vor allem mit dem Versprechen angetreten, die Korruption zu bekämpfen. In den vergangenen Jahren wurden tatsächlich ein Ministerpräsident und mehrere Minister wegen Korruption verurteilt, gegen den Bürgermeister von Zagreb, Milan Bandic, wird derzeit auf Grund des Vorwurfes der Korruption ermittelt. Ein weiterer Erfolg für Josipovic war der Beitrit Kroatiens zur EU im Sommer 2013.

Doch das Land steckt in einer großen Krise – die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 20 Prozent und der Staatshaushalt hat große Probleme. Hier setzt seine Gegenspielerin Grabar-Kitarovic an. Denn der Vorwurf von Josipovics Gegner lautet vor allem, dass er die regierenden Sozialdemokraten nicht von seiner Meinung nach nötigen Reformen überzeugen konnte. Der 11. Januar wird zeigen, wer die Mehrheit bekommt.